Professor Jochen Taupitz

Prof. Dr. jur. Jochen Taupitz

Wednesday, 28 January 2015 at 18:00 at the Print Media Academy, Heidelberg

Kindly supported by Manfred Lautenschläger Stiftung

Prof. Dr. jur. Jochen Taupitz, Universität Mannheim

Biowissenschaften: In der Zwangsjacke rechtlicher Regulierung?

Abstract

Rechtliche Regulierung wird insbesondere von Wissenschaftlern zumeist als Einschränkung ihrer Freiheit empfunden. Sie fordern Freiheit vom Recht – im gleichen Atemzug aber oft auch Schutz und Fürsorge im Recht. Flexibilität und Offenheit einerseits sowie Rechtsklarheit und Rechtssicherheit andererseits werden damit zu konfligierenden Anforderungen an gute Gesetzgebung. Zugleich muss der Gesetzgeber das Spannungsfeld von Freiheitsrechten und Schutzpflichten auflösen – und auch seinen Pflichten zum Schutz der Freiheit Rechnung tragen. Hinzu kommt, dass die Internationalität gerade der Biowissenschaften die Forderung nach international einheitlichen Regelungen begründet, zugleich aber auch die Gefahr der Versteinerung des Rechts beinhaltet. Der Vortrag geht anhand von konkreten Beispielen rechtlicher Regulierung der Biowissenschaften auf diese Spannungsfelder ein.

Biography

Geboren 1953. Studium der Rechtswissen­schaf­ten in Göttingen, Freiburg und wieder Göttin­gen. 1981 Promotion. 1982 Zweite Juristische Staatsprüfung. 1988 Habilitation. 1988 Univer­sitäts­professor in Göttingen. Seit Wintersemester 1989/90 Ordinarius für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, In­ter­nationales Privatrecht und Rechts­vergleichung an der Universität Mann­heim. Seit 1998 ferner Geschäfts­führender Direktor des Instituts für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim. Rufe auf Lehrstühle an den Universitäten Kiel (1993), Bonn (1997) und Heidelberg (2003) sowie auf die Stelle des Direktors des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung (2003) abgelehnt.

Seit 2012 Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates; zuvor von 2008 bis 2012 Mitglied des Deutschen Ethikrates und von 2001 bis 2008 Mitglied des Nationalen Ethikrates. Mitglied im Nationalen AIDS-Beirat, Vorstandsmitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender des Beirats für Grundsatzfragen des Arbeitskreises medizinischer Ethikkommissionen, Vorsitzender der Ethikkommission der Universität Mannheim, Mitglied der Ethikkommission für die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg, Mitglied im Kuratorium der Deutschen Krebshilfe e.V.

Vizepräsident der Akademie für Ethik in der Medizin, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.